x
#

Loveparade

#


© dpa Move on Up

Die Loveparade, die am Samstag in Berlin über die Bühne gehen wird, steht in diesem Jahr unter keinem allzu guten Stern: Die Hotelbuchungen für das Wochenende der Raver in der Hauptstadt laufen nur schleppend an, zudem wird das Techno-Festival von Berichten über einen möglichen Terroranschlag überschattet.

Zwar haben sich die Hinweise auf ein bevorstehendes Attentat nicht erhärtet. Doch die Veranstalter rechnen trotzdem damit, dass allein wegen der Spekulationen darüber mancher Raver in diesem Jahr zu Hause bleibt. Und weil es in diesem Jahr nicht den lautstarken Streit um Müllentsorgung und Lärmbelästigung gibt, fehlt es der Parade an Publizität.

 

Die Veranstalter üben sich in Optimismus: Vollmundig verkündeten sie, dass auch zur 14. Loveparade wieder eine Million Raver aus aller Welt erwarten würden, die im Tiergarten zu den wummernden Beats tanzen sollen. Doch andere Stimmen hören sich skeptischer an. So vermeldet etwa die Bahn nur eine verhaltene Nachfrage nach Tickets für die insgesamt 63 Sonderzüge. Auch mit den Reservierungen in den Hotels geht es nicht so recht voran. Viele Beherbergungsstätten klagen über mangelnde Nachfrage.

Kurzentschlossene Raver

Zwar hoffen Tourismusmanager auf kurzentschlossene Last-Minute-Raver, die sich bei hoffentlich gutem Wetter doch noch in die Hauptstadt aufmachen. Doch Love-Parade-Geschäftsführer Fabian Lenz hat bereits „einige zig-Tausend“ potenzielle Besucher einkalkuliert, die wegen der Terror-Spekulationen dem Techno-Spektakel fern bleiben könnten. Presseberichten zufolge hatte ein V-Mann des Landeskriminalamtes von einem geplanten Autobomben-Attentat arabischer Terroristen berichtet. Auch wenn die Meldung offiziell dementiert wurde - in der Szene verbreitete sie sich wie ein Lauffeuer.

Keine Hinweise auf Attentate

Zwar beteuern Veranstalter und Polizei unisono, dass es keine Hinweise auf ein Attentat gebe. Dennoch herrscht bei den Ordnungshütern erhöhte Wachsamkeit: Vor dem Hintergrund der Anschläge vom 11. September stehe auch die Loveparade unter einem „besonderen Augenmerk“, räumt eine Polizeisprecherin ein. Bei den Vorbereitungen würden „alle Eventualitäten mit einbezogen“. Wie die Sicherheitsmaßnahmen konkret aussehen werden, darüber hüllen sich alle Beteiligten aber in Schweigen.

Die Angst vor dem Terror ist indes nicht die einzige Sorge der Love-Parade-Macher. Denn verstärkt müssen die Organisatoren gegen den Vorwurf ankämpfen, das seit 1989 stattfindende Festival entferne sich von den Wurzeln der Techno-Szene und verkomme mehr und mehr zu einer kommerziellen Veranstaltung. So ist etwa Berlins legendärer Techno-Club „Tresor“ aus finanziellen Gründen von seinem ursprünglichen Vorhaben abgerückt, in diesem Jahr mit einem eigenen Wagen auf der Loveparade dabei zu sein.

Kein FDP-Wagen dabei

Mit dabei gewesen wäre gerne auch die FDP-Jugendorganisation Junge Liberale. Sie hatten nach Angaben von Lenz einen der Musikwagen sponsern wollen, dafür aber von den Veranstaltern kein grünes Licht bekommen. Presseberichten zufolge wollte FDP-Chef Guido Westerwelle beim Aufmarsch der Raver mit von der Partie sein, was die Partei aber dementierte. Die Veranstalter sagten den Jungliberalen ab, weil sie sich auch in Zeiten des Wahlkampfes nicht von der Politik vereinnahmen lassen wollen.

Wegen der offenbar nachlassenden Bedeutung des Techno-Events ist das aber sowieso kaum noch zu befürchten. Selbst der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der im vergangenen Jahr bei der Parade noch höchstpersönlich die Hüften schwang, will in diesem Jahr offenbar schwänzen. Ein Auftritt des Bürgermeisters, so ein Regierungssprecher, „ist nicht in der Planung“.

admin 28 Jul 2016 1054 Gelesen 0 Kommentare  

Kommentare

  • #
    System sagt: 23.05.2018 05:25

    Aktuell wurden noch keine Kommentare verfasst.
    Sei einer der ersten, der etwas dazu schreibt.

Kommentar schreiben